Ab April 2011 können Hundenarren ein besonderes Stück Beute für ihr CD-Regal machen:
“Hundeträume” heißt das neue Hunde-Hörbuch vom Audiobuch Verlag, auf dem Andrea Sawatzki, Andreas Fröhlich und Johannes Steck eine wirklich bunte Mischung an Gedichten und Geschichten rund um den Hund lesen. Reinhard Mey rundet das Ganze mit zwei heiteren Liedern ab und spricht uns Hundemenschen wohl geradewegs aus der Seele:
Es gibt Tage, da wünscht’ ich, ich wär mein Hund.
Es ist allerdings nicht nur solch leichte Kost zum Nebenbeihören auf dem 22 Titel umfassenden Hörbuch vertreten, es werden dem Hörer durchaus auch anspruchsvollere Texte serviert: Wir begleiten z.B. den Herkules bei seinen letzten drei Arbeiten und hören von Homers Odysseus und seiner Heimkehr.
Dank unter anderem Wilhelm Busch, Heinrich Heine und Auszügen aus Juli Zehs kleinem “Konversationslexikon für Haushunde” (ebenfalls als Hörbuch beim Audiobuch Verlag erschienen und sehr zu empfehlen) werden etwas schwermütige Passagen aber auch immer wieder durch auflockernde Kurztexte durchbrochen, die den ambitionierten Hundehalter wissend schmunzeln lassen (Stichwort “Telekinese”).
So ergibt sich eine wirklich abwechslungsreiche, gut sortierte und spannende Mischung von Hundeträumen – was ich mir erhofft, aber eigentlich gar nicht erwartet hatte. Zudem hört man den lesenden, gut ausgewählten Stimmen einfach gerne zu.
Besonders hängen geblieben bin ich übrigens an Ludwig Bechsteins Fabel über “Die drei Hunde” namens “Bring Speisen”, “Zerreißen” und “Brich Stahl und Eisen”. Komischerweise ist mir diese Geschichte völlig in Vergessenheit geraten, obwohl ich mich noch (oder jetzt wieder) genau daran erinnern kann, sie als Kind oft gehört zu haben – vielen Dank für die überraschende Wiederbelebung!
Die meisten Texte waren mir bislang trotzdem unbekannt – noch ein Pluspunkt für eine gut recherchierte Zusammenstellung abseits des “was man halt so kennt” und für mich der Anreiz, die CD immer mal wieder einzulegen.
Alles in allem ein lohnenswertes Geschenk für fortgeschrittene Hundefreunde also – oder auch eine passende Selbst-Belohnung als Abschluss eines weiteren Tages im Hundechaos.
Nur in einem bin ich als Mensch besser dran.
Darum mag er mich beneiden,
denn ich bin der von uns beiden,
der die Kühlschranktür allein aufmachen kann!Und das sind Momente, die genieße ich -
denn ich weiß, dann wünscht’ mein Hund, er wäre ich.


