Die Neugier hat uns ja nicht mehr losgelassen. Ein DNA-Test für Mischlingshunde – der könnte endlich mal nachweisen, was außer dem Labrador Retriever noch in Chili steckt.
Zunächst ein paar statistische Daten zum Rätsel:

Name: Chili | geboren im Februar 2004 | Schulterhöhe: 54 cm | Gewicht: 22 kg | Farbe: schwarz
Die Gute kam mit 14 Monaten, getarnt als Labrador-Mix mit Tendenz zu “wahrscheinlich sogar reinrassig”, zu mir. Sie wurde wegen Überforderung im Tierheim Münster abgegeben und sollte – im Gegensatz zu den Kandidaten, die Türen aufmachen oder noch nicht allein bleiben konnten – einen guten Anfängerhund für mich abgeben. Hätte einen ja mal stutzig machen können, die Sache mit der Überforderung, allerdings hieß es, die Vorbesitzer hätten sich lieber ein Plüschtier aufs Sofa gesetzt. Also halb so wild.
Die Labrador-Tarnung flog trotzdem bald auf.
Sie war gut, daran gibt es nichts zu bezweifeln. Ein schwarzer Hund mit Schlappohren, kurzes Fell, genau passend von der Größe – insgesamt ein bisschen zu schmal vielleicht, aber wir haben tatsächlich auch schon nachweislich reinrassige Labrador Retriever mit einer solch sportlich-dynamischen Figur getroffen. Eine unverkennbare, SEHR große Affinität zu Wasser jeder Art (es sei denn, es kommt von oben) und die passende Ausrüstung dafür: Schwimmhäute zwischen den Zehen. Immer gute Laune, immer freundlich. Immer Hunger.
Ein unscheinbares Detail jedoch wäre noch nennenswert: der unfassbar große Jagdtrieb.
Auch wenn der Labrador ein Jagdhund ist, SO einer ist er nicht. Das hier ist eher die vorstehende Schublade Magyar Vizsla, Deutsch Kurzhaar oder Weimaraner (was auch ein Grund dafür sein könnte, dass man sich einen Ball oder eine Frisbee nach dem spätestens 5. Mal werfen meist selbst holen darf – es sei denn, es ist Wasser anwesend).
Bis zur letzten Woche hatten wir uns also damit abgefunden, im Hause eines Labrador-Vorsteh-Mix’ zu wohnen.
Das Ergebnis des Hunde-DNA-Tests, den wir nach dem netten Kontakt bei CaniVaris in Auftrag gegeben hatten, wusste durchaus SEHR zu überraschen.
Kein Labrador dabei!
Stattdessen eine Handvoll Hunderassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Pekinese mit bis zu 74%, außerdem Border Terrier, Deutsch Kurzhaar, Deutscher Schäferhund und schließlich West Highland White Terrier, besser bekannt als Westie, mit jeweils bis zu 19%.
Nach einem kurzen Moment der Schockstarre und einigen ungläubigen Blicken vom Hund zurück zum Ergebnis zurück zum Hund, war das Thema zugegebenermaßen erst mal gelaufen. Pekinese, ja nee. Aber:
Man muss zunächst mal von dem viel zu einfachen Gedanken weg kommen, dass das Ergebnis nur die Elterngeneration analysiert und man demnach zwei Hunderassen serviert bekommt. Auch die Eltern können gemixt sein. Und deren Eltern. Und deren. Und…
So eine DNA ist außerdem wahnsinnig komplex – und dass der Pekinese hier an erster bzw. der prozentualen Staffelung nach an zweiter Stelle steht, hat weder zu bedeuten, dass diese Hunderasse zeitnah mitgemischt haben, noch dass viel davon im Hund wiedererkennbar sein muss.
Wär auch irgendwie ein BISSCHEN… nennen wir es mal “unglaubwürdig”, wenn dem so wäre.

Aber genau das ist der Punkt. Die DNA ist die gesamte Abstammung – und da wäre es doch denkbar, dass mal ein Pekingese mit einem Mix aus Border Terrier und Westie… und ein Deutscher Schäferhund mit einem Deutsch Kurzhaar. Oder der Schäferhund mit dem Terrier-Mix – und dann mit dem Kurzhaar-Pekinesen.
Und irgendwie kommt dann einfach Chili dabei heraus.
Wie auch immer. Wenn es etwas gibt, das ich als ersten Hund auf keinen Fall hätte haben wollen, dann ist das wohl ein Vollblut-Jagdhund-Terrier-Mischling, der sich über die Rehe und Hasen am Ende auch noch aufregt. ;) Ändern wird sich an unserem Zusammenleben vermutlich trotzdem nichts, wie angenommen – dafür kenne ich meine Ziege schon viel zu gut.
Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dass der DNA-Test für Mischlingshunde eine eher sinnvolle als sinnlose Spielerei ist. Damit es sich richtig lohnt, sollte man allerdings nicht allzu lange damit warten, denn nach – wie bei uns – nunmehr über 6 Jahren findet man keine wesentlich neuen Wesenszüge an seinem Hund. Man kann nun höchstens versuchen, die Hintergründe von bestimmten Verhaltensweisen evtl. noch besser zu verstehen und weiterrätseln, von wem wohl welche Eigenschaft stammen mag. Von einem Geheimnis ins nächste also. Es bleibt spannend!
Zumindest jedes Mal, wenn sie uns nachts fast aus dem Bett schubst, scheint Chili zu meinen, nur so groß wie ein Pekinese zu sein.
Mit einem “Deutsch-Kurzhaar-Mischling” statt “Labrador” können wir auf jeden Fall gut leben – und irgendwie freut es mich, wenigstens das bestätigt zu sehen. Ein kleines bisschen Zweifel an der absoluten Zuverlässigkeit des Tests lässt sich nämlich leider nicht ganz ausräumen, was vor allem damit zu tun hat, dass das Thema mir in seiner Komplexität ganz einfach zu hoch ist.
Die Experten werden schon wissen, was sie tun. Auch wenn es schon relativ schwammig ist zu wissen, dass der Pekinesen-Anteil im Hund irgendwo zwischen 37-74% liegen soll.
Gehen wir einfach mal von 37% aus, dazu 19% Deutsch Kurzhaar und 19% Deutscher Schäferhund. Bleiben noch 25% zu verteilen, die Border und Westi sich teilen können…
An dieser Stelle noch ein Gruß an CaniVaris und Frau Falkenstein. Abwicklungstechnisch hat mich das alles echt überzeugt – von der netten Beratung vor und vor allem nach Erhalt des Test-Ergebnisses bis hin zum hochwertigen Testset und dem neuen Zertifikat mit Hundefoto, das übrigens auf Wunsch auch ausgedruckt per Post bei euch landet.
Wir gehen jetzt lesen. Angefangen bei Pekingese-Pekinese.de – alles Wissenswerte über eine der ältesten Hunderassen der Welt. Danke für das Foto! :)
Schnupper doch auch mal hier...



Hi Alicia und Chili,
gerade eben bin ich über den Vergleich gestossen und muss sagen, dass mich dieser ziemlich überrascht.
Ich meine, rein vom äusserlichen ist ja wohl null die Spur von Pekinese, oder gar Westi zu sehen… Selbst den Schäferhund mag ich nicht erkennen.
Hm,- da kommt man schon ziemlich ins Grübeln. Aber von der Warte betrachtet, dass Mischlingshunde oftmals ein längeres Leben vor sich haben, finde ich das Ergebnis gar nicht schlimm.
Auf ein langes, erfülltes Hundeleben!!!
Grüsse von Gizmo
Hi Gizmo,
rein vom äußerlichen hätte ich auch nie und nimmer auf die enthaltenen Rassen getippt, ausgenommen der Deutsch Kurzhaar. Den, oder den Vizsla, habe ich eigentlich immer schon vermutet.
Aber Pekinese? Als ich das Ergebnis gesehen hab, hab ich es über das Wochenende erst mal verdrängt.
Ich hätte schwören können, dass Labrador drin ist. :)
Grüße
Alicia & Chili
Hi Ihr Beiden,
was mir auch noch einfällt,- der Pekingese ist eigentlich auch dafür bekannt, dass dieser eher den Gemächlichen nach aussen kehrt…
Chili sind nun auch wirklich nicht so aus, als wäre sie eine solche Schlaftablette, wie ich :D
VG Euch Beiden
Eine Schlaftablette nicht – vor allem nicht draußen und unterwegs – aber man kann auch nicht unbedingt sagen, dass sie etwas gegen unsere Langschläfer-Gewohnheiten hätte… :D