Oktober 2011: zwei Familienhunde geraten aneinander, die 14 Jahre alte Tochter der Familie – ihrerseits Mitglied in einem Hundeverein und offiziell sachkundig – wird bei ihrem Eingriff in die Rangelei gebissen. Ein Nachbar trennt die Hunde erfolgreich voneinander. Und so hätte der Vorfall – oder besser Unfall – mit einem Schrecken enden können, wenn wir nicht noch immer im Zeitalter von sinnlosem Rassenwahn und Diskriminierung leben würden, in dem sich die Medien (und leider auch die Konsumenten) an der reißerischsten Schlagzeile aufgeilen und den Leuten völlig irrationale Angst und profitablen Schrecken ins Gehirn setzen.
Oder hätte es, wären Tonka und Merlin niedliche Retriever gewesen oder Dalmatiner, ebenfalls eine solche Hinrichtung gegeben wie an diesem Tag?
Zwei kleine Wunden: eine an der Hand, eine am Arm. Folgende Schlagzeilen:
“Ihr Kampfhund zerfleischt ihr Kind!”
“Kampfhunde zerfleischen Mädchen.”
“Kampfhunde zerfleischten Tochter fast – Mutter war’s egal.”
“Im BLUTRAUSCH verletzen ihre Tiere die Tochter!”

Ja, Tonka und Merlin waren Hunde der einschlägigen Rassen – ein Dogo Argentino / Boxer Mischling und ein American Bulldog. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Hunden waren die beiden hervorragend sozialisiert und ausgebildet!
Tonka hatte die Begleithundeprüfung bereits abgeschlossen, Merlin stand kurz davor. Beide hätten sogar die Rettungshundeprüfung im Bereich Personensuche abgelegt und mit Sicherheit bestanden, wenn sie noch leben würden. Auch “Kampfhunde” können sowas.

(c) Monique Meschkat

(c) Monique Meschkat
Wo sind nun die Schlagzeilen darüber, dass erst die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr mit Feuerwehrbrandhaken und Zaunlatten die beiden Hunde panisch haben reagieren und weglaufen(!) lassen?
Wo berichten die Klatschblätter über den durch ein Einsatzfahrzeug (wir alle wissen, was so ein LKW wiegt) überfahrenen Hund, der aus Angst flüchtete? Der “platt gemacht” wurde, wie sich der Fahrer des Wagens stolz präsentiert, ohne ein Fünkchen Respekt oder Mitgefühl?
Wo steht geschrieben, dass der zweite Hund, der in eine andere Richtung lief, von der Polizei erst 2x angefahren und dann mit 14 Schuss unkontrolliert verletzt wurde, bis ein Jäger ihn gezielt erlöste? Weil die Polizei Munition benutzt, die zum Töten sowieso nicht geeignet ist?
Wer ist hier eigentlich die blutrünstige Bestie?
Aus einem Zwischenfall, der in wahrscheinlich jedem Hundehaushalt mit mehreren Tieren einmal vorkommt, wurde ein tierschutzwidriges Abschlachten und das nur, weil Tonka und Merlin einer bestimmten Hunderasse angehörten. Weil sie schuldig geboren wurden. Weil die Köpfe der Menschen mit vorgekauten Schubladen offensichtlich besser zurecht kommen als mit einem Funken Eigenverstand. Es gibt gefährliche Hunde – das möchte niemand bestreiten. Aber es gibt verdammt noch mal keine “Kampfhunde”, deren Lebensinhalt der Blutrausch ist. Rasselisten sind Hilfsmittel der Politiker, um die große Masse ruhig zu stellen. Jede Beißstatistik führt eine solche Liste in Rekordzeit ad absurdum.
Und dafür, wie unverhältnismäßig und unbegreiflich die Beamten in Fahrenkrug gehandelt haben, lassen sich einfach keine Worte finden!
Bitte lest hier die ganze traurige Geschichte von Tonka und Merlin und verbreitet sie weiter, wo ihr könnt!
Ebenso dieses Schreiben muss an die Hundemenschen gebracht werden!
Hier findet ihr einen Brief von Zugführer Lars Sammler an seinen Kameraden bei der Feuerwehr.
Es muss sich etwas bewegen! Und wenn jeder nur ein Minimum an Hilfe anbietet, indem er den Link und die Geschichte weiter verbreitet. Wir für unseren Teil senden die besten Wünsche an die Familie, auch wenn es keinen Trost dafür gibt, dass dank dem Versagen der Behörden zwei Mitglieder für immer fehlen.
Banner zum Mitnehmen!
Schnupper doch auch mal hier...



